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Training mit Barry Lee
Wer einmal mit Barry Lee trainiert hat, wird sehr schnell feststellen, daß sein Training sehr vielschichtig ist. An manchen Tagen, legt er sehr großen
Wert, auf Präzision und Genauigkeit. Er wird dann nicht müde, die Prinzipien des Ving Tsun immer und
immer wieder zu erklären. Er wiederholt Dinge, die er schon sehr oft erklärt hat und dies obwohl er eigentlich davon ausgehen könnte, daß seine Schüler längst wissen wovon er spricht. Doch dies ist ihm nicht genug. Seine Schüler sollen nicht nur wissen wovon er spricht, er will auch sehen, daß jeder Einzelne von ihnen die Prinzipien verstanden hat und sie umsetzen kann.
An anderen Tagen wiederum, achtet er auf Fehler seiner Schüler kaum, er trainiert mit ihnen, Dan Chi, Poon Sau, Chi Sau. Er trainiert mit ihnen bis ihnen die Arme “abfallen” vor Erschöpfung. Er
drückt sie, er schiebt sie, er greift sie an und überläuft sie, bis er sie in einer Ecke des Trainingsraumes gestellt hat, und erst dann läßt er ab von ihnen. Und das Spiel beginnt von
neuem. An diesem Tag, will er nicht ihre Techniken trainieren und verbessern, er will ihren Instinkt und ihren Willen schulen. Barry Lee will Kämpfer aus ihnen machen. Wenn ein neuer Schüler das Training
unter Barry Lee beginnt, dann beginnt er mit der Grundlegendsten aller Übungen, die erste Form Siu Lim Tao. Barry spricht manches mal darüber wie er begonnen hat bei Wong Shun Leung zu lernen, und
daß ihn Wong stundenlang die Siu Lim Tao hat üben lassen. Er
mußte an manchen Tagen vier Stunden vormittags und vier Stunden nachmittags nur diese eine Form trainieren. Während die anderen Schüler bereits andere Übungen machten, mußte er immer noch Siu Lim Tao üben.
Barry weiß heute, daß er dies einem Neuling nicht zumuten kann, und so
macht er zu Beginn jedes Trainings mit seinen Schülern oft erst einmal Siu Lim Tao, um sie immer und immer wieder, mit den Grundprinzipien des Ving Tsun vertraut zu machen. Sie müssen in Fleisch und Blut übergehen. Barry sagt oft: “Dein Körper muß fühlen ob er einen Fehler macht, denn zum Denken ist in einem realen Kampf keine Zeit, und nur wenn er den Fehler schnell genug erkennt, er ihn auch wieder korrigieren. If you have to stop and think, it's too late!”
Eine verblüffende Tatsache, die seine Schüler immer wieder feststellen
müssen, wenn sie unter Barrys Anleitung Ving Tsun trainieren ist, nicht nur die Geschlossenheit dieses Systems, sondern auch die Geschlossenheit des Trainings. Übungen bauen nicht nur aufeinander auf, sondern sie ergänzen sich. Wenn Barry eine Übung zeigt, erwartet er von seinen Schülern, daß sie diese trainieren. Hat ein Schüler Schwierigkeiten mit einer Übung, dann zeigt er ihm eine andere, die aber genau dieselbe Muskelfunktionen trainiert. Kann der Schüler dann diese Übung, kehrt er zu der eigentlichen zurürck und kann diese nach kurzer Zeit ebenso. Dabei kann es auch vorkommen, daß Barry eine Übung wählt, die mit Ving Tsun in erster Linie einmal nichts zu tun hat, aber genau die Funktionen oder Muskelpartien trainiert, die der Schüler später für Ving Tsun braucht. So geht er auf jeden Einzelnen ein. Er sieht einem Neuling zu wie er Siu Lim Tao trainiert, erkennt was dem Schüler leicht fällt und womit er sich schwer tut, und zeigt ihm dann Übungen die ihm helfen, mit der Anatomie seines Körpers gutes Ving Tsun zu trainieren. Denn jeder Schüler ist anders.
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